Zwei Elektro-SUVs, zwei völlig unterschiedliche Philosophien: Der Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD tritt als Langstrecken-Alleskönner an, der Peugeot e-2008 136 Active positioniert sich als bezahlbarer Stadt- und Pendler-SUV. Beide fahren in der Klasse Kompakt-SUV, beide sind rein elektrisch unterwegs – doch schon ein Blick auf die Datenblätter zeigt, dass hier zwei unterschiedliche Budgets und Nutzungsprofile angesprochen werden sollen.

Genau das macht den Vergleich 2026 so spannend: Es geht nicht um ein Duell auf Augenhöhe, sondern um die Frage, welches Konzept für welchen Käufer aufgeht. Der Ioniq 5 ruft mit größerer Batterie, mehr Leistung und längerer Reichweite ein höheres Preisschild auf, der e-2008 kontert mit einem deutlich niedrigeren Einstiegspreis. Wer sich zwischen Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD und Peugeot e-2008 136 Active entscheiden muss, sollte daher weniger nach dem "besseren" Auto fragen als nach dem Auto, das zum eigenen Alltag passt.

In diesem Test haben wir die vorliegenden Daten aus unserer Datenbank gegenübergestellt und nach Kategorien ausgewertet. Das Ergebnis fällt eindeutig aus, verdient aber eine faire Einordnung – denn nicht jeder Kategoriesieg ist für jeden Käufer gleich wichtig. Den vollständigen Datenvergleich mit allen Werten im Detail findest du interaktiv aufbereitet in unserem Tool.

Die Datenmatrix: Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD gegen Peugeot e-2008 136 Active

Jede Zeile ist ein direkter Vergleich aus unserer Fahrzeug-Datenbank. Das Häkchen markiert den Sieger der jeweiligen Kategorie — beim Preis und beim Sprintwert gewinnt der niedrigere Wert.

KriteriumHyundai Ioniq 5 77 kWh RWDPeugeot e-2008 136 Active
Reichweite (WLTP)570 km ✓343 km
Leistung229 PS ✓136 PS
0–100 km/h7,4 s ✓9 s
Batterie (netto)77 kWh ✓46 kWh
Kofferraum527 l ✓434 l
Garantie5 Jahre ✓2 Jahre
Preis ab47.900 €39.000 € ✓
Leasing ab329 €/Mt.–
Kategoriesiege61

Punktsieger nach Datenlage: Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD gewinnt 6:1. Technische Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr.

⚖️ Beide Modelle im interaktiven Datenvergleich →

Reichweite und Antrieb

Beim Thema Reichweite und Antrieb zeigt sich der größte technische Unterschied zwischen den beiden Kandidaten. Der Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD kommt mit einer 77-kWh-Batterie (netto) auf eine WLTP-Reichweite von 570 Kilometern, der Peugeot e-2008 136 Active begnügt sich mit 46 kWh nutzbarer Kapazität und schafft 343 Kilometer. Das ist ein Unterschied von mehr als 220 Kilometern – und im Alltag spürst du den an ganz unterschiedlichen Stellen.

Für reine Pendelstrecken innerhalb der Stadt oder im Umland relativiert sich der Abstand: Wer täglich 30 bis 60 Kilometer fährt und zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, kommt mit dem e-2008 problemlos über die Woche, ohne die Ladesäule täglich aufsuchen zu müssen. Erst auf der Langstrecke – etwa bei Urlaubsfahrten oder häufigen Autobahnetappen – wird die größere Batterie des Ioniq 5 zum echten Alltagsvorteil, weil seltener und mit mehr Puffer nachgeladen werden muss.

Auch bei der Leistung liegt der Hyundai vorn: 229 PS stehen 136 PS gegenüber, der Spurt auf 100 km/h gelingt in 7,4 Sekunden statt in 9,0 Sekunden. Im Fahralltag bedeutet das für den Ioniq 5 souveränere Überholvorgänge und spontaneres Beschleunigen beim Auffahren auf die Autobahn, während der e-2008 eher gemütlich, aber keineswegs unterdimensioniert unterwegs ist – für Stadtverkehr und Landstraße reichen 136 PS völlig aus.

Platz, Preis und Unterhalt

Beim Kofferraum hat der Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD mit 527 Litern gegenüber 434 Litern beim Peugeot e-2008 136 Active ebenfalls die Nase vorn – ein Polster, das sich bei Familienausflügen, Sperrgepäck oder dem Wocheneinkauf mit Kindersitz im Fond bemerkbar macht. Auch bei der Garantie zieht Peugeot den Kürzeren: Hyundai gibt 5 Jahre, Peugeot 2 Jahre – ein Punkt, der gerade bei einem komplexen Elektroauto-Antriebsstrang für viele Käufer schwer wiegt, weil er direkt die Planungssicherheit über die ersten Jahre betrifft.

Doch dann kommt die Rechnung, bei der der Peugeot e-2008 136 Active seinen einzigen, aber gewichtigen Vorteil ausspielt: Mit einem Einstiegspreis von 39.000 Euro ist er fast 9.000 Euro günstiger als der Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD, der ab 47.900 Euro in der Liste steht. Für viele Haushalte ist das kein Rundungsfehler, sondern der Unterschied zwischen "machbar" und "nicht machbar". Beim Leasing bietet aktuell nur Hyundai eine Rate an (ab 329 Euro im Monat); für den Peugeot liegt uns keine vergleichbare Angabe vor, sodass hier kein direkter Vergleich möglich ist.

Unterm Strich bekommst du beim Ioniq 5 mehr Reichweite, mehr Leistung, mehr Platz und mehr Garantie – bezahlst dafür aber auch spürbar mehr Geld. Der e-2008 ist das Auto für alle, die ihr Budget im Blick behalten müssen und bereit sind, dafür bei Reichweite, Leistung und Garantiedauer Abstriche zu machen.

Für wen sich welches Modell lohnt

Der Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD ist die richtige Wahl für Vielfahrer und Familien, die regelmäßig längere Strecken zurücklegen, auf eine großzügige Garantie Wert legen und nicht ständig ans Laden denken wollen. Wer häufig Urlaubsfahrten macht, mehrere Kindersitze transportiert oder beruflich viel unterwegs ist, profitiert hier spürbar vom größeren Kofferraum, der stärkeren Motorisierung und vor allem der deutlich höheren Reichweite.

Der Peugeot e-2008 136 Active spielt seine Stärken dagegen bei Stadtfahrern und Zweitwagen-Nutzern aus, die überwiegend kurze bis mittlere Strecken fahren und primär auf einen niedrigen Einstiegspreis angewiesen sind. Pendler mit verlässlicher Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz, die selten mehr als 200 Kilometer am Stück fahren, bekommen hier ein vollwertiges Elektroauto zu einem Preis, der den Umstieg auf E-Mobilität überhaupt erst realistisch macht.

Alternativen in der Klasse

Wer sich in der Klasse Kompakt-SUV weiter umschauen will, findet durchaus Mittelwege zwischen den beiden Testkandidaten. Der Audi Q4 e-tron 45 positioniert sich technisch nah am Ioniq 5: 286 PS, 555 Kilometer Reichweite und 520 Liter Kofferraum sprechen eine ähnliche Sprache – allerdings zu einem noch höheren Einstiegspreis ab 52.950 Euro, womit er eher Käufer anspricht, die Premium-Anspruch mit Langstreckentauglichkeit verbinden wollen.

Der BYD Atto 3 Comfort schlägt eine Brücke zwischen den beiden Testkandidaten: Mit 420 Kilometern Reichweite und 204 PS liegt er preislich (ab 37.990 Euro) sogar noch unter dem Peugeot, bietet aber mehr Reichweite und Leistung als der e-2008 – ein spannender Geheimtipp für alle, die ein knappes Budget haben, aber nicht ganz auf Reichweite verzichten wollen.

Der Jeep Avenger Elektro schließlich positioniert sich als dritter Preiseinstieg der Klasse: Mit 36.900 Euro ist er sogar günstiger als der e-2008, muss dafür aber bei Reichweite (400 km) und vor allem beim Kofferraum (355 Liter) die größten Kompromisse der gesamten Vergleichsgruppe hinnehmen.

Fazit: Gesamtbetrachtung

Nach der Auswertung aller Kategorien steht der Punktsieger fest: Der Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD gewinnt das Duell gegen den Peugeot e-2008 136 Active mit 6 zu 1 Kategoriesiegen deutlich. Er liegt bei Reichweite, Leistung, Beschleunigung, Batteriekapazität, Kofferraumvolumen und Garantie vorn – auf dem Papier ist er damit das technisch überlegenere und alltagstauglichere Elektroauto in diesem Vergleich.

Trotzdem wäre es unehrlich, den Peugeot e-2008 136 Active deshalb als die "falsche" Wahl abzustempeln. Sein einziger Kategoriesieg – der Einstiegspreis – ist für einen großen Teil der Käuferschaft am Ende das entscheidende Kriterium. Fast 9.000 Euro Unterschied beim Kaufpreis können locker die geringere Reichweite oder die kürzere Garantie aufwiegen, wenn das Budget begrenzt ist oder das Auto ohnehin nur für kurze Strecken gebraucht wird. Wer in der Stadt lebt, zu Hause laden kann und selten auf Langstrecke fährt, trifft mit dem e-2008 keine schlechte, sondern eine bewusst andere Entscheidung.

Unser Rat: Greif zum Hyundai Ioniq 5 77 kWh RWD, wenn du Reichweite, Leistung und Garantiedauer brauchst und das Budget es hergibt. Greif zum Peugeot e-2008 136 Active, wenn der Einstiegspreis dein wichtigstes Kriterium ist und dein Fahrprofil überwiegend aus kurzen bis mittleren Strecken besteht. Beachte dabei, dass sich Preise, Förderungen und Ausstattungslinien laufend ändern können – ein aktueller Angebotsvergleich bei Händlern vor Ort lohnt sich in jedem Fall, bevor du dich endgültig festlegst.