Zwei Elektrolimousinen, zwei Philosophien, eine Klasse: Der BMW i4 eDrive40 und der Mercedes-Benz EQE 350+ sind 2026 die vielleicht spannendsten Rivalen im elektrischen Mittelklasse-Segment. Auf der einen Seite der Münchner Sportler mit Fahrerdynamik im Blut, auf der anderen der Stuttgarter Premium-Gleiter mit dem Fokus auf Reichweite und Komfort. Beide richten sich an anspruchsvolle Käufer, die den Verbrenner endgültig hinter sich lassen wollen – aber ganz unterschiedliche Prioritäten mitbringen.

Der BMW i4 eDrive40 tritt in der Gran-Coupé-Karosserie an, kombiniert sportliche Optik mit praktischem Alltag und setzt auf das bewährte BMW-Fahrgefühl, nun rein elektrisch umgesetzt. Der EQE 350+ ist Mercedess eigenständige Elektrolimousine auf der EVA2-Plattform – keine elektrifizierte E-Klasse, sondern ein von Grund auf neu gedachtes Fahrzeug mit fließendem Design und dem Anspruch, das komfortabelste Elektroauto in dieser Liga zu sein. Dass beide an der gleichen Konkurrenz gemessen werden, macht den BMW i4 eDrive40 vs Mercedes-Benz EQE 350+-Vergleich so lohnenswert.

Wir haben die Kerndaten beider Modelle gegenübergestellt – und das Ergebnis ist klarer, als man vielleicht erwartet hätte. Schau dir alle Zahlen auch im interaktiven Datenvergleich an. Kurz gesagt: Der i4 gewinnt in fünf von acht Kategorien. Warum das so ist – und wann der EQE trotzdem die klügere Wahl sein kann – liest du hier.

Die Datenmatrix: BMW i4 eDrive40 gegen Mercedes-Benz EQE 350+

Jede Zeile ist ein direkter Vergleich aus unserer Fahrzeug-Datenbank. Das Häkchen markiert den Sieger der jeweiligen Kategorie — beim Preis und beim Sprintwert gewinnt der niedrigere Wert.

KriteriumBMW i4 eDrive40Mercedes-Benz EQE 350+
Reichweite (WLTP)590 km639 km ✓
Leistung340 PS ✓292 PS
0–100 km/h5,7 s ✓6,4 s
Batterie (netto)84 kWh89 kWh ✓
Kofferraum470 l ✓430 l
Garantie2 Jahre2 Jahre
Preis ab58.300 € ✓70.620 €
Leasing ab449 €/Mt. ✓699 €/Mt.
Kategoriesiege52

Punktsieger nach Datenlage: BMW i4 eDrive40 gewinnt 5:2. Technische Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr.

⚖️ Beide Modelle im interaktiven Datenvergleich →

Reichweite und Antrieb: Wer kommt weiter, wer fährt schneller?

Beim Thema Reichweite im BMW i4 eDrive40 vs Mercedes-Benz EQE 350+ Vergleich dreht sich das Blatt zugunsten des Stuttgarters: Der EQE 350+ kommt nach WLTP auf 639 km, der i4 eDrive40 auf 590 km. Das sind 49 km Unterschied – auf dem Papier ein klarer Vorteil für Mercedes. Im Alltag bedeutet das: Wer regelmäßig lange Strecken ohne Ladestopp absolvieren will, etwa auf der Autobahn von Hamburg nach München, sitzt im EQE entspannter. Der größere Netto-Akku mit 89 kWh gegenüber 84 kWh im i4 erklärt diesen Vorsprung zumindest teilweise.

Doch der i4 kontert mit dem, was BMW traditionell besser kann als die meisten: Fahrdynamik. Mit 340 PS hat er gegenüber den 292 PS des EQE 350+ einen deutlichen Leistungsvorsprung. Noch deutlicher wird das beim Sprint von 0 auf 100 km/h: Der i4 schafft ihn in 5,7 Sekunden, der EQE braucht 6,4 Sekunden. Das ist kein marginaler Unterschied – den spürst du beim Auffahren auf die Autobahn, beim Überholen und einfach beim täglichen Fahrspaß.

Für Pendler, die täglich 100 bis 150 km zurücklegen, spielen die Reichweitenunterschiede kaum eine Rolle – beide Autos kommen an einem durchschnittlichen Werktag problemlos ohne Ladestopp durch. Wer aber auf Langstrecke unterwegs ist und möglichst selten laden möchte, wird mit dem EQE etwas ruhiger schlafen. Der i4 macht dafür beim Fahren mehr Laune – und das ist kein Klischee, sondern eine aus den Daten ableitbare Feststellung.

Platz, Preis und Unterhalt: Was bekommst du für dein Geld?

Hier wird das Bild noch eindeutiger – und zwar zugunsten des BMW i4 eDrive40. Fangen wir mit dem Offensichtlichsten an: dem Preis. Der i4 eDrive40 startet ab 58.300 Euro, der Mercedes-Benz EQE 350+ ab 70.620 Euro. Das sind über 12.000 Euro Unterschied – eine Summe, die man sich zweimal durch den Kopf gehen lassen sollte, bevor man sie mit „Premiumgefühl" begründet.

Beim Leasing zeigt sich das gleiche Bild, sogar noch schärfer: Der i4 ist bereits ab 449 Euro pro Monat zu haben, der EQE kommt auf mindestens 699 Euro monatlich. Das sind 250 Euro mehr jeden Monat – über eine typische 36-Monats-Leasingdauer summiert sich das auf satte 9.000 Euro Mehrkosten. Für das gleiche Segment, die gleiche Fahrzeugklasse.

Auch beim Kofferraum punktet der BMW: 470 Liter gegen 430 Liter beim EQE. Kein dramatischer Unterschied, aber ein weiterer Datenpunkt, der klar für den Münchner spricht. Wer regelmäßig Gepäck transportiert, Kinderwagen, Sporttaschen oder Wocheneinkäufe verstaut, wird den Unterschied in der Praxis bemerken.

Die Garantie ist bei beiden Modellen identisch: 2 Jahre Fahrzeuggarantie, kein Vorteil für eine der beiden Seiten. Natürlich bieten beide Hersteller separate Batteriegarantien an – diese sind im vorliegenden Datensatz nicht ausgewiesen, sollten aber vor dem Kauf im Vertrag geprüft werden.

Unterm Strich ist der i4 das günstigere, praktischere und schnellere Auto. Der EQE holt sich nur die Reichweite und den Akku zurück. Das muss man mögen – und bereit sein, dafür erheblich tiefer in die Tasche zu greifen.

Für wen sich welches Modell lohnt

BMW i4 eDrive40: Der richtige für dynamische Allrounder und Preisbewusste

Wenn du ein Elektroauto willst, das dir täglich Freude macht, sportlich wirkt und nicht übermäßig teuer ist, ist der BMW i4 eDrive40 deine Antwort. Insbesondere für folgende Nutzertypen ist er die bessere Wahl:

  • Dynamikfans: 340 PS und 5,7 Sekunden von 0 auf 100 – der i4 macht aus jeder Fahrt mehr Erlebnis als der EQE.
  • Preisbewusste Käufer: Über 12.000 Euro günstiger in der Anschaffung, 250 Euro weniger im Monat beim Leasing – das ist ein starkes Argument.
  • Familien mit Platzbedarf: 470 Liter Kofferraum bieten etwas mehr Luft für den Alltag.
  • Pendler und Durchschnittsfahrer: 590 km Reichweite reichen für die große Mehrheit der täglichen Routen völlig aus.

Mercedes-Benz EQE 350+: Der richtige für Komfort-Vielfahrer und Reichweiten-Maximierer

Der Mercedes-Benz EQE 350+ richtet sich an eine andere Art von Fahrer. Wer weniger sportliche Agilität und mehr entspanntes Gleiten auf langen Strecken sucht, ist hier gut aufgehoben:

  • Vielfahrer und Langstrecken-Pendler: 639 km WLTP-Reichweite bedeuten seltener laden, weniger Stressfaktor auf langen Reisen.
  • Komfort-Orientierte: Mercedes hat beim EQE besonders viel in Geräuschkomfort, Federung und Innenraumambiente investiert – wer Wert auf Reisekomfort legt, wird das schätzen.
  • Repräsentationskäufer: Wer mit dem Dienstwagen auch einen Status kommunizieren möchte, bekommt mit dem EQE ein eigenständiges Design und Stern-Prestige.

Alternativen in der Klasse: Was sonst noch infrage kommt

Wer sich in der elektrischen Mittelklasse umschaut, sollte drei weitere Modelle auf dem Radar haben:

Der Audi A6 e-tron performance ist das stärkste Argument im Trio der deutschen Premiumhersteller: 367 PS, 0 auf 100 in 5,4 Sekunden und eine WLTP-Reichweite von beeindruckenden 750 km – damit übertrifft er beide Duellanten in diesen Disziplinen deutlich. Der Kofferraum fasst 502 Liter. Der Preis liegt ab 75.600 Euro und damit über beiden Rivalen, was ihn zur Top-Option für Käufer macht, die konsequent das Beste aus allen Kategorien wollen.

Der BMW i5 eDrive40 ist gewissermaßen der große Bruder des i4 – gleiche Leistung (340 PS), ähnliche Reichweite (582 km), aber als klassische Limousine mit größerem Kofferraum (490 l). Ab 70.200 Euro ist er teurer als der i4, aber günstiger als der EQE. Eine Option für alle, die mehr Platz und klassischere Limousinen-Proportionen bevorzugen.

Der Tesla Model 3 RWD schlägt alle drei in einer Disziplin klar: dem Preis. Ab 42.990 Euro ist er das mit Abstand günstigste Modell im Vergleich, die Leasingrate beginnt bei 329 Euro monatlich. Mit 283 PS, 513 km Reichweite und einem überraschend großen Kofferraum von 594 Litern ist er ein ernsthafter Alltagskandidat – insbesondere für alle, die Premiumanspruch nach unten neudefinieren wollen.

Fazit: Gesamtbetrachtung – klarer Sieger, aber mit Fußnote

Im direkten BMW i4 eDrive40 vs Mercedes-Benz EQE 350+ Vergleich 2026 gewinnt der i4 eDrive40 nach Punkten klar: fünf Kategorien gegen zwei. Er ist schneller, günstiger, bietet mehr Kofferraum und ist sowohl im Kauf als auch im Leasing erheblich erschwinglicher. Wer ein dynamisches, alltagstaugliches Elektroauto in der Mittelklasse sucht, kommt am BMW i4 eDrive40 schlicht nicht vorbei. Er ist der objektiv rundere Deal – und das bei einem Preisvorteil, der für sich selbst spricht.

Und dennoch: Der Mercedes-Benz EQE 350+ ist kein schlechtes Auto – er ist ein anderes Auto. Wer auf langen Reisen entspannt ankommen will, sich für Reichweite mehr als für Dynamik interessiert und bereit ist, den Aufpreis für den Stern und das typische Mercedes-Raumgefühl zu zahlen, trifft mit dem EQE eine legitime und nachvollziehbare Entscheidung. Die 49 Kilometer Mehrreichweite können auf bestimmten Streckenmustern echten Alltagswert haben – und der EQE ist ein komfortables, repräsentatives Fahrzeug.

Die Empfehlung der Redaktion lautet dennoch eindeutig: Greif zum BMW i4 eDrive40, außer du hast konkrete Gründe, die speziell für den EQE sprechen. Ein gutes Gewissen bei der Entscheidung für den Münchner musst du dir jedenfalls nicht erkaufen.

Wichtiger Hinweis: Preise, Ausstattungsvarianten und Leasingkonditionen können je nach Händler, Region und Zeitpunkt stark variieren. Es lohnt sich, aktuelle Angebote zu vergleichen und individuelle Konditionen einzuholen – sowohl beim BMW- als auch beim Mercedes-Händler vor Ort.