Elektro-Vans sind eine eigene Liga: groß genug für die ganze Familie oder das Business-Shuttle, aber mit dem Anspruch, sich elektrisch genauso selbstverständlich zu fahren wie ein Kombi. Zwei Namen dominieren dieses Segment in Deutschland – der Mercedes EQV 300 und der VW ID. Buzz Pro. Beide sind Elektro-Vans, beide zielen auf Familien, Vielfahrer und Unternehmen mit Platzbedarf. Doch ihre technische Basis könnte unterschiedlicher kaum sein: Der EQV ist ein umgerüsteter Verbrenner-Van mit E-Antrieb, der ID. Buzz Pro dagegen von Grund auf als Elektrofahrzeug entwickelt.
Im direkten Vergleich Mercedes EQV 300 vs VW ID. Buzz Pro zeigt sich, wie stark sich dieser konstruktive Unterschied auf Reichweite, Fahrleistungen und Preis auswirkt. Wer 2026 einen elektrischen Van kaufen oder least, muss wissen, wo die reale Alltagstauglichkeit liegt – nicht nur, welches Modell das bekanntere Stern-Logo trägt.
Wir haben die relevanten Eckdaten beider Fahrzeuge gegenübergestellt und ziehen daraus ein klares, aber faires Fazit. Wer die Zahlen im Detail nachvollziehen will, findet sie im Datenvergleich zu diesem Duell.
Die Datenmatrix: Mercedes EQV 300 gegen VW ID. Buzz Pro
Jede Zeile ist ein direkter Vergleich aus unserer Fahrzeug-Datenbank. Das Häkchen markiert den Sieger der jeweiligen Kategorie — beim Preis und beim Sprintwert gewinnt der niedrigere Wert.
| Kriterium | Mercedes EQV 300 | VW ID. Buzz Pro |
|---|---|---|
| Reichweite (WLTP) | 363 km | 461 km ✓ |
| Leistung | 204 PS | 286 PS ✓ |
| 0–100 km/h | 12,1 s | 7,9 s ✓ |
| Batterie (netto) | 90 kWh ✓ | 79 kWh |
| Kofferraum | 1.030 l | 1.121 l ✓ |
| Garantie | 2 Jahre | 2 Jahre |
| Preis ab | 76.000 € | 54.300 € ✓ |
| Leasing ab | 699 €/Mt. | 449 €/Mt. ✓ |
| Kategoriesiege | 1 | 6 |
Punktsieger nach Datenlage: VW ID. Buzz Pro gewinnt 6:1. Technische Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr.
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Reichweite und Antrieb
Beim Blick auf die Reichweite nach WLTP liegt der VW ID. Buzz Pro mit 461 km deutlich vor dem Mercedes EQV 300, der auf 363 km kommt. Das ist ein Unterschied von rund 100 Kilometern – und der macht sich im Alltag bemerkbar. Für reines Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz reicht die Reichweite des EQV meist locker aus, selbst bei täglichen Strecken von 50 bis 80 Kilometern muss nicht jeden Abend geladen werden. Bei Langstrecken, etwa dem Familienurlaub mit vollbeladenem Kofferraum, zeigt sich der Vorteil des ID. Buzz Pro aber deutlich: Mehr Kilometer zwischen zwei Ladestopps bedeuten weniger Pausen, weniger Zeitverlust und mehr Planungssicherheit auf der Autobahn.
Noch größer fällt der Unterschied bei den Fahrleistungen aus. Der ID. Buzz Pro leistet 286 PS und beschleunigt in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der EQV 300 kommt mit 204 PS auf 12,1 Sekunden. Das ist kein Nischen-Detail für Ampelstarts: Gerade beim Auffahren auf die Autobahn, beim Überholen auf der Landstraße oder mit voll besetztem Innenraum sorgt der spürbar kräftigere Antrieb des ID. Buzz Pro für mehr Sicherheitsreserve. Der EQV wirkt in solchen Situationen behäbiger – souverän genug für den Alltag, aber ohne die Dynamik-Reserven, die der VW mitbringt.
Einen Vorteil kann der Mercedes EQV 300 dennoch verbuchen: Mit netto 90 kWh Batteriekapazität übertrifft er die 79 kWh des ID. Buzz Pro. Dass daraus trotzdem keine höhere Reichweite resultiert, deutet auf einen höheren Verbrauch des EQV hin – vermutlich eine Folge seiner Verbrenner-Basis, die aerodynamisch und gewichtstechnisch nicht für den reinen Elektrobetrieb optimiert wurde. Wer viel und schnell unterwegs ist, profitiert beim ID. Buzz Pro also von der effizienteren Technik trotz kleinerem Akku.
Platz, Preis und Unterhalt
Beim Kofferraumvolumen gibt sich das Duell auf den ersten Blick eng: 1.030 Liter beim EQV 300 stehen 1.121 Litern beim ID. Buzz Pro gegenüber. Beide Vans bieten damit mehr als genug Stauraum für Kinderwagen, Sportausrüstung oder den großen Wochenendeinkauf – der VW hat hier aber die Nase leicht vorn und bestätigt seinen Ruf als durchdachtes Raumwunder.
Richtig deutlich wird der Unterschied beim Blick aufs Geld. Der Mercedes EQV 300 startet bei 76.000 Euro, der VW ID. Buzz Pro bereits bei 54.300 Euro – eine Differenz von fast 22.000 Euro. Wer least, spürt den Unterschied jeden Monat: 699 Euro beim EQV stehen 449 Euro beim ID. Buzz Pro gegenüber, also 250 Euro monatlich mehr für den Mercedes. Bei der Garantie liegen beide Hersteller mit jeweils 2 Jahren gleichauf, hier gibt es keinen Vorteil für eine Seite.
Diese Preisdifferenz lässt sich nicht allein mit dem Mercedes-Stern erklären. Wer 76.000 Euro für einen Elektro-Van ausgibt, erwartet zu Recht, dass sich das in Reichweite, Leistung oder Ausstattung niederschlägt – genau das liefert der EQV 300 im direkten Vergleich aber nicht. Der ID. Buzz Pro bietet für deutlich weniger Geld mehr Reichweite, mehr Leistung und mehr Kofferraum. Für Unternehmen mit größeren Flotten oder Familien mit knapperem Budget ist das ein Rechenexempel, das schnell zugunsten von VW ausfällt.
Für wen sich welches Modell lohnt
Der VW ID. Buzz Pro ist die naheliegende Wahl für alle, die einen Elektro-Van als Alltags- und Familienfahrzeug suchen und dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis aus Reichweite, Preis und Fahrspaß Wert legen. Pendler mit gelegentlichen Langstrecken profitieren von den zusätzlichen Kilometern Reichweite, Familien vom größeren Kofferraum und Vielfahrer von der spürbar kräftigeren Beschleunigung. Auch wirtschaftlich orientierte Käufer und Flottenbetreiber dürften beim Blick auf Kaufpreis und Leasingrate schnell zum ID. Buzz Pro tendieren.
Der Mercedes EQV 300 hat dennoch seine Berechtigung – vor allem für Kunden, die weniger die reinen Fahrleistungen als vielmehr Markenimage, Stern-Prestige und das gewohnte Mercedes-Interieur schätzen. Auch für Vielfahrer mit überwiegend kurzen bis mittleren Tagesstrecken, bei denen die geringere Reichweite kaum ins Gewicht fällt, kann der EQV eine solide Wahl sein – etwa als repräsentatives Shuttle-Fahrzeug im Businessumfeld, wo Komfort und Auftritt oft wichtiger sind als der letzte Kilometer Reichweite oder die schnellste Beschleunigung.
Alternativen in der Klasse
Wer preislich noch weiter herunter will, findet mit dem Citroën e-Berlingo 136 eine deutlich günstigere Alternative in der Van-Klasse. Mit 136 PS, 11,7 Sekunden auf 100 km/h und 330 km WLTP-Reichweite spielt er leistungstechnisch in einer anderen Liga als EQV und ID. Buzz Pro, punktet dafür aber mit einem Einstiegspreis von 37.500 Euro und einer Leasingrate ab 299 Euro im Monat. Bei einem Kofferraumvolumen von 775 Litern und einem Verbrauch von 18,5 kWh/100 km ist der e-Berlingo vor allem für Käufer interessant, die primär einen günstigen, kompakten Nutz- und Familienvan suchen und auf die Reserven von EQV oder ID. Buzz Pro verzichten können.
Fazit: Gesamtbetrachtung
Nach der Datenlage ist das Ergebnis eindeutig: Der VW ID. Buzz Pro gewinnt das Duell mit 6 zu 1 Kategoriesiegen gegen den Mercedes EQV 300. Er bietet mehr Reichweite, mehr Leistung, den schnelleren Sprintwert, mehr Kofferraumvolumen und ist dabei sowohl im Kaufpreis als auch in der Leasingrate deutlich günstiger. Einzig bei der Bruttokapazität der Batterie liegt der EQV 300 vorn – ein Vorteil, der sich aber nicht in eine höhere Reichweite übersetzt und damit für die Praxis kaum Gewicht hat.
Für die meisten Käufer im Van-Segment ist der ID. Buzz Pro damit die klügere Wahl: Er liefert mehr Auto fürs Geld, ohne dass man bei Alltagstauglichkeit oder Fahrspaß Kompromisse eingehen muss. Trotzdem bleibt der Mercedes EQV 300 keine falsche Entscheidung per se – wer auf das Mercedes-Interieur, den Marken-Auftritt oder ein bestimmtes Händler- und Servicenetz Wert legt, für den kann der Aufpreis gerechtfertigt sein, solange die geringere Reichweite zum eigenen Fahrprofil passt.
Wie immer gilt: Konkrete Angebote, Ausstattungslinien und Rabatte schwanken je nach Händler und Zeitpunkt teils erheblich. Vor dem Kauf oder Leasingabschluss lohnt sich daher immer ein aktueller Angebotsvergleich – gerade bei einem Preisunterschied von rund 22.000 Euro zwischen diesen beiden Elektro-Vans.