Zwei Namen, die in der elektrischen Oberklasse seit Jahren den Ton angeben: der Mercedes-Benz EQS 450+ und das Tesla Model S Dual Motor AWD. Beide kosten deutlich über 90.000 Euro, beide versprechen Langstrecken-Tauglichkeit, und beide richten sich an Käuferinnen und Käufer, die beim Elektroauto keine Kompromisse eingehen wollen. Doch unter der gemeinsamen Premiumhaube verbergen sich grundlegend unterschiedliche Fahrzeugphilosophien – und genau das macht diesen Vergleich so spannend.

Mercedes setzt beim EQS auf maximale Effizienz, eine üppige Batterie und den Komfort einer klassischen deutschen Limousine. Tesla hingegen schickt mit dem Model S Dual Motor AWD ein Fahrzeug ins Rennen, das mit brutaler Beschleunigung, beachtlichem Kofferraum und einem günstigeren Einstiegspreis punktet. Wer gewinnt diesen Zweikampf – und für wen ist welches Modell die richtige Wahl? Wir haben die Daten für euch ausgerechnet und drücken uns nicht um ein klares Urteil.

Vorab: Im direkten Kategorievergleich „Mercedes-Benz EQS 450+ vs Tesla Model S Dual Motor AWD" gewinnt der Tesla nach Datenlage mit 5:3 – aber das Bild ist differenzierter, als die Punktzahl vermuten lässt. Den vollständigen Datenvergleich findet ihr auf unserer Vergleichsseite.

Die Datenmatrix: Mercedes-Benz EQS 450+ gegen Tesla Model S Dual Motor AWD

Jede Zeile ist ein direkter Vergleich aus unserer Fahrzeug-Datenbank. Das Häkchen markiert den Sieger der jeweiligen Kategorie — beim Preis und beim Sprintwert gewinnt der niedrigere Wert.

KriteriumMercedes-Benz EQS 450+Tesla Model S Dual Motor AWD
Reichweite (WLTP)717 km ✓634 km
Leistung360 PS670 PS ✓
0–100 km/h6,2 s3,2 s ✓
Batterie (netto)108 kWh ✓95 kWh
Kofferraum610 l793 l ✓
Garantie2 Jahre4 Jahre ✓
Preis ab109.551 €94.990 € ✓
Leasing ab999 €/Mt. ✓1.090 €/Mt.
Kategoriesiege35

Punktsieger nach Datenlage: Tesla Model S Dual Motor AWD gewinnt 5:3. Technische Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr.

⚖️ Beide Modelle im interaktiven Datenvergleich →

Reichweite und Antrieb: Wer bringt dich weiter – und schneller?

Beim Thema Reichweite spielt der Mercedes-Benz EQS 450+ seine stärkste Karte aus. Mit einer WLTP-Reichweite von 717 Kilometern übertrifft er das Tesla Model S Dual Motor AWD um satte 83 Kilometer – der Teslakommt auf 634 km. Das ist kein Rundungsfehler, das ist ein echter Alltagsunterschied. Wer regelmäßig Strecken von 500 Kilometern und mehr fährt, wird mit dem Mercedes seltener an die Ladesäule müssen. Für echte Vielfahrer und alle, die Langstrecken möglichst stressfrei zurücklegen wollen, ist das ein gewichtiges Argument.

Der Grund liegt in der Batterie: Der EQS 450+ hat eine Nettokapazität von 108 kWh, das Tesla Model S Dual Motor AWD kommt auf 95 kWh. Mercedes packt also mehr Energie in den Unterboden – und kombiniert das mit einer auf Effizienz getrimmten Antriebsauslegung. Nur ein Elektromotor antreibt den EQS 450+, was Verluste reduziert.

Genau hier dreht Tesla den Spieß um: Das Model S Dual Motor AWD hat, wie der Name sagt, zwei Motoren und eine Systemleistung von 670 PS gegenüber 360 PS beim EQS. Der Unterschied beim Sprint von 0 auf 100 km/h ist entsprechend drastisch: 3,2 Sekunden für den Tesla, 6,2 Sekunden für den Mercedes. Damit ist das Model S Dual Motor AWD eines der schnellsten Serienautos auf dem Markt – und das in der Alltagslimousine-Verpackung. Wer Fahrdynamik und Performance sucht, findet beim Tesla schlicht das bessere Angebot.

Im Alltag auf der Autobahn bedeutet die Reichweitenüberlegenheit des EQS: Du fährst von München nach Hamburg ohne Ladestopp – und hast noch Reserve. Das Tesla Model S Dual Motor AWD schafft diese Strecke ebenfalls locker, benötigt aber auf längeren Etappen früher oder häufiger eine Pause. Für Pendler auf kürzeren täglichen Strecken spielt dieser Unterschied hingegen keine Rolle – beide Akkus reichen weit über eine Woche normaler Alltagsnutzung.

Platz, Preis und Unterhalt: Was bekommst du fürs Geld?

Beim Kofferraum überrascht der Tesla: Das Tesla Model S Dual Motor AWD bietet 793 Liter Gepäckvolumen – deutlich mehr als die 610 Liter des Mercedes-Benz EQS 450+. Wer also mit viel Gepäck reist oder regelmäßig die Familie samt Urlaubskoffer transportiert, hat im Tesla schlicht mehr Platz. Das ist für eine Limousine ein außergewöhnlicher Wert und zeigt, dass Tesla das Packaging-Potenzial der Elektroarchitektur konsequent ausnutzt.

Beim Einstiegspreis liegt der Tesla mit 94.990 Euro ebenfalls klar vorn – der Mercedes-Benz EQS 450+ startet bei 109.551 Euro, also rund 14.500 Euro mehr. Das ist kein kleiner Unterschied. Für diesen Aufpreis bekommt man beim EQS 450+ zwar mehr Reichweite und eine größere Batterie, aber der Tesla ist in den meisten anderen Kategorien gleichwertig oder überlegen. Wer kein klar definiertes Bedürfnis für die Extra-Reichweite hat, zahlt beim Mercedes schlicht drauf.

Interessant dreht sich das Bild bei der Leasingrate um: Hier ist der Mercedes-Benz EQS 450+ mit ab 999 Euro pro Monat günstiger als das Tesla Model S Dual Motor AWD mit ab 1.090 Euro pro Monat. Das liegt vermutlich an höheren Restwerten oder günstigeren Leasingkonditionen seitens Mercedes. Wer das Fahrzeug least statt kauft, sollte diesen Faktor unbedingt einkalkulieren – auf drei Jahre summieren sich 91 Euro Differenz auf über 3.200 Euro.

Ein besonders deutliches Urteil liefert die Garantie: Tesla gewährt 4 Jahre Herstellergarantie, Mercedes lediglich 2 Jahre. In der Oberklasse, wo Reparaturen kostspielig werden können, ist das ein gewichtiger Vorteil für Tesla. Zwei Jahre mehr Sorglosigkeit – das hat einen realen Wert, den man nicht unterschätzen sollte. Hier zeigt Tesla, dass das Unternehmen trotz seiner disruptiven DNA im Kundenservice längst gelernt hat, mit etablierten Premiummarken zu konkurrieren.

Für wen sich welches Modell lohnt

Der Mercedes-Benz EQS 450+ – der Richtige für Langstrecken-Liebhaber und Komfort-Puristen

Wenn du regelmäßig sehr lange Strecken fährst – und damit meinen wir 600 Kilometer und mehr am Stück –, ist der Mercedes-Benz EQS 450+ dein Fahrzeug. 717 Kilometer WLTP-Reichweite bedeuten im realen Betrieb zwar weniger, aber immer noch genug, um die meisten Langstrecken in Deutschland oder Europa mit einem oder gar keinem Ladestopp zu absolvieren. Außerdem spricht die stimmig auf Komfort und Geräuschdämmung ausgerichtete Fahrzeugphilosophie von Mercedes Käufer an, die das klassische Premiumerlebnis einer deutschen Oberklasse-Limousine erwarten: leise, sanft, gediegenes Interieur. Wer das Fahrzeug leasen möchte, bekommt zudem die monatlich günstigere Rate.

Das Tesla Model S Dual Motor AWD – der Richtige für Performance-Fans, Familien und Preisbewusste

Das Tesla Model S Dual Motor AWD empfehlen wir uneingeschränkt allen, die maximale Performance mit Alltagstauglichkeit verbinden wollen. 670 PS, 3,2 Sekunden auf 100 km/h – das ist Supersportwagen-Territorium in einem Familienauto. Der größere Kofferraum von 793 Litern macht ihn zur besseren Wahl für Familien mit viel Gepäck. Der niedrigere Kaufpreis und die längere Garantie stärken das Gesamtpaket erheblich. Und die Reichweite von 634 km ist für den Alltag – selbst für Vielfahrer – absolut ausreichend. Wer nicht auf die allerletzte Reichweiten-Reserve angewiesen ist, bekommt mit dem Tesla schlicht das besser ausbalancierte Paket für weniger Geld.

Alternativen in der Klasse: Lohnt sich ein Blick zur Konkurrenz?

Wer noch nicht vollständig überzeugt ist, sollte auch die weiteren Oberklasse-Alternativen auf dem Schirm haben. Der BMW i7 xDrive60 bietet 544 PS, eine WLTP-Reichweite von 625 Kilometern und spielt mit dem vertrauten BMW-Fahrerlebnis auf hohem Niveau. Der Kofferraum fällt mit 500 Litern kompakter aus als bei den beiden Kontrahenten, und der Preis ab 139.900 Euro sowie die Leasingrate ab 1.199 Euro/Monat setzen ihn klar in ein höheres Preissegment. Wer die Bavarian-DNA schätzt und die BMW-Servicewelt bevorzugt, findet hier ein würdiges, wenn auch teureres Angebot.

Deutlich sportlicher und charakterstärker kommt der Porsche Taycan RWD daher. Mit 408 PS, einer Reichweite von 590 Kilometern und dem niedrigsten Verbrauchswert der Gruppe (18,5 kWh/100 km) ist er die dynamische und effiziente Alternative. Der Kofferraum von 407 Litern ist das schwächste Glied, der Preis ab 101.500 Euro (Leasing ab 999 Euro/Monat) aber sehr wettbewerbsfähig. Wer Fahrspaß über Pragmatismus stellt, findet im Taycan RWD vielleicht den reizvollsten Gegner im Feld.

Fazit: Gesamtbetrachtung – wer gewinnt das Duell?

Nach einer nüchternen Auswertung aller Kategorien steht das Ergebnis fest: Im direkten Vergleich Mercedes-Benz EQS 450+ vs Tesla Model S Dual Motor AWD gewinnt das Tesla Model S Dual Motor AWD mit 5:3 Kategoriensiegen – und das Ergebnis ist verdient. Der günstigere Kaufpreis, die deutlich überlegene Leistung und Beschleunigung, der größere Kofferraum sowie die doppelt so lange Garantie sind handfeste Argumente, die im Alltag täglich spürbar sind. Wer nach dem besseren Gesamtpaket in der elektrischen Oberklasse sucht, kommt an Tesla kaum vorbei.

Dennoch wäre es unehrlich, den Mercedes-Benz EQS 450+ pauschal zu disqualifizieren. Seine Stärken sind real und für eine klar definierte Käufergruppe entscheidend: Wer auf absolute Maximalreichweite angewiesen ist – Stichwort häufige Fahrten über 600 Kilometer ohne Ladestopp –, bekommt beim EQS 450+ das einzige Fahrzeug im Vergleich, das diesen Anspruch locker erfüllt. Auch wer die klassische Mercedes-Limousinen-Erfahrung mit feinem Interieur und dem Stern auf der Haube bevorzugt und das Fahrzeug leasen möchte, fährt mit der günstigeren Monatsrate gar nicht schlecht.

Unser klares Urteil: Für die Mehrheit der Käuferinnen und Käufer in der Oberklasse – und damit für alle, die Preis, Performance, Platz und Garantie priorisieren – ist das Tesla Model S Dual Motor AWD im Jahr 2026 die überzeugendere Wahl. Wer hingegen Reichweite und Komfort über alles stellt, findet im EQS 450+ einen würdigen, wenn auch teureren Gegenentwurf.

Abschließender Hinweis: Alle genannten Preise und Leasingraten sind Einstiegspreise und können je nach Ausstattung, Sonderangeboten und regionalen Konditionen erheblich variieren. Ein individueller Angebotsvergleich bei Händlern und Leasingportalen lohnt sich in jedem Fall – oft sind deutlich bessere Konditionen möglich, als die Listenpreise vermuten lassen.