Die Datenmatrix: Mercedes-Benz EQS 450+ gegen Porsche Taycan RWD
Jede Zeile ist ein direkter Vergleich aus unserer Fahrzeug-Datenbank. Das Häkchen markiert den Sieger der jeweiligen Kategorie — beim Preis und beim Sprintwert gewinnt der niedrigere Wert.
| Kriterium | Mercedes-Benz EQS 450+ | Porsche Taycan RWD |
|---|---|---|
| Reichweite (WLTP) | 717 km ✓ | 590 km |
| Leistung | 360 PS | 408 PS ✓ |
| 0–100 km/h | 6,2 s | 4,8 s ✓ |
| Batterie (netto) | 108 kWh ✓ | 89 kWh |
| Kofferraum | 610 l ✓ | 407 l |
| Garantie | 2 Jahre | 2 Jahre |
| Preis ab | 109.551 € | 101.500 € ✓ |
| Leasing ab | 999 €/Mt. | 999 €/Mt. |
| Kategoriesiege | 3 | 3 |
Punktsieger nach Datenlage: Unentschieden 3:3. Technische Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr.
⚖️ Beide Modelle im interaktiven Datenvergleich →
Zwei Oberklasse-Elektriker, zwei Philosophien
Es gibt Vergleiche, die sich fast von selbst schreiben – und dann gibt es diesen hier. Der Mercedes-Benz EQS 450+ und der Porsche Taycan RWD stehen beide für das Beste, was die deutsche Automobilindustrie im Jahr 2026 im Bereich elektrischer Oberklasse zu bieten hat. Und doch könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite die flüsternde, weitgereiste Limousine aus Stuttgart, die mehr Reichweite verspricht als so gut wie jedes andere Elektroauto auf dem Markt. Auf der anderen Seite der Sportwagen aus Zuffenhausen, der auch als Basisversion mit Heckantrieb noch ordentlich Dampf macht und ein unverkennbares Fahrerlebnis liefert.
Das Duell Mercedes-Benz EQS 450+ vs Porsche Taycan RWD ist deshalb kein einfaches „besser oder schlechter", sondern eine Frage der Prioritäten. Beide Autos kosten deutlich über 100.000 Euro, beide haben zwei Jahre Garantie, und beide lassen sich für 999 Euro im Monat leasen. Auf dem Papier klingen sie austauschbar – im Detail trennt sie mehr, als die Zahlen auf den ersten Blick verraten. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Alle Kerndaten findest du auch in unserem interaktiven Datenvergleich.
Der Punktstand nach unserer Datenlage: 3:3 – ein Gleichstand, der aber täuscht. Denn die Kategorien, in denen jedes Modell die Nase vorn hat, sagen viel darüber aus, für wen es das richtigere Auto ist. Lass uns das aufdröseln.
Reichweite und Antrieb: Wer kommt weiter – und wer kommt schneller?
Beginnen wir mit dem Argument, das für viele Elektroauto-Käufer in der Oberklasse das entscheidende ist: Reichweite. Der Mercedes-Benz EQS 450+ fährt laut WLTP bis zu 717 Kilometer weit. Das ist ein außergewöhnlicher Wert – und kein Zufall. Mit einem Netto-Akku von 108 kWh hat der EQS einen der größten Energiespeicher, die derzeit in einem Serienfahrzeug verbaut werden. Im Alltag bedeutet das: Wer regelmäßig lange Strecken zwischen Hamburg und München zurücklegt, kann ohne großes Zögern abfahren. Auch im Winter, wenn die Reichweite realistisch um 20–30 Prozent sinkt, bleibt noch genug Puffer.
Der Porsche Taycan RWD kommt auf 590 Kilometer WLTP-Reichweite – ebenfalls ein starker Wert für ein sportlich ausgelegtes Fahrzeug dieser Klasse. Sein Netto-Akku fasst 89 kWh, also knapp 20 kWh weniger als beim EQS. Die 127 Kilometer Unterschied zur Stuttgarter Limousine klingen auf dem Papier gewaltig, relativieren sich aber im echten Fahralltag: Wer nicht täglich 500+ Kilometer fährt, wird den Unterschied selten spüren. Wer hingegen oft auf der Autobahn unterwegs ist, ohne viel Zeit für Ladepausen, wird den EQS-Vorteil zu schätzen wissen.
Auf der anderen Seite des Antriebskapitels sieht es umgekehrt aus. Der Taycan RWD leistet 408 PS und spurtet in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der EQS 450+ kommt auf 360 PS und braucht 6,2 Sekunden – respektabel für eine große Limousine, aber kein Sportwagen-Wert. Wer das Kribbeln beim Beschleunigen sucht, wer Kurven mit Verve anfahren will, der bekommt beim Taycan ein deutlich emotionaleres Erlebnis. Der EQS hingegen gibt sich gelassen, komfortabel, souverän – und das ist keine Schwäche, sondern sein Markenkern.
Platz, Preis und Unterhalt: Was bekommst du fürs Geld?
Beide Autos spielen preislich in der Oberliga. Der Porsche Taycan RWD startet ab 101.500 Euro – damit ist er der günstigere Einstieg in dieses Duell. Der Mercedes-Benz EQS 450+ kostet mindestens 109.551 Euro, also rund 8.000 Euro mehr. Interessanterweise gleichen sich beide Modelle beim Leasing vollständig an: Beide sind ab 999 Euro pro Monat zu haben. Wer also least statt kauft, zahlt identisch – und kann sich ganz auf das Auto konzentrieren, nicht auf den Finanzierungsrechner.
Beim Kofferraum trennen sich die Wege erheblich. Der EQS schluckt 610 Liter im Heck – ein Wert, der eher an eine Kombilimousine als an ein Luxuscoupé erinnert. Der Taycan kommt auf 407 Liter, was für ein sportlich gezeichnetes Fahrzeug dieser Art durchaus passabel ist, aber eben deutlich weniger Stauraum bedeutet. Reisende mit viel Gepäck, Familien, die das Auto auch als Alltagsfahrzeug nutzen wollen – sie werden den EQS klar bevorzugen.
Die Garantie ist bei beiden identisch: jeweils 2 Jahre Herstellergarantie. Hinzu kommt in der Regel eine separate Batteriegarantie, die von beiden Herstellern angeboten wird – diese sollte man vor dem Kauf genau prüfen, da Konditionen je nach Land und Kaufdatum variieren können. Auf Herstellerseite ist hier also kein Unterschied zu verbuchen.
Unterm Strich bekommst du beim EQS mehr Reichweite, mehr Platz und einen größeren Akku – zahlst aber auch mehr. Der Taycan kostet weniger, liefert dafür mehr Fahrdynamik und ein sportlicheres Auftreten. Was für dich wertvoller ist, entscheidet am Ende deine Nutzungsrealität.
Für wen sich welches Modell lohnt
Der Mercedes-Benz EQS 450+ – für Vielfahrer und Komfort-Liebhaber
Du fährst regelmäßig lange Strecken, willst möglichst selten an die Ladesäule und schätzt eine luxuriöse, leise Reiseatmosphäre? Dann ist der Mercedes-Benz EQS 450+ deine Wahl. Mit 717 Kilometern WLTP-Reichweite und einem 108-kWh-Akku ist er der geborene Langstreckenbegleiter. Der große Kofferraum macht ihn außerdem tauglich für Familienreisen oder als Dienstwagen mit Gepäckaufkommen. Wer weniger Wert auf Agilität legt und mehr auf entspanntes, repräsentatives Ankommen, findet im EQS den idealen Partner.
Der Porsche Taycan RWD – für Fahrenthusiasten mit Stil
Du willst jeden Morgen ein leises Lächeln beim Einsteigen? Du magst das Spiel mit Gas und Kurve, auch wenn du im Alltag selten ausreizt, was das Auto kann? Dann gehört der Porsche Taycan RWD in deine engere Wahl. 408 PS, 4,8 Sekunden auf 100 – das ist auch als Einstiegsversion noch Porsche pur. Wer bereit ist, auf etwas Reichweite und Kofferraumvolumen zu verzichten, und dafür ein lebendigeres Fahrerlebnis samt ikonischem Design haben will, macht mit dem Taycan keinen Fehler. Dazu kommt der günstigere Einstiegspreis, der gut 8.000 Euro unter dem des EQS liegt.
Alternativen in der Klasse: Was es sonst noch gibt
Wer noch nicht vollständig überzeugt ist, sollte zwei weitere Kandidaten aus der elektrischen Oberklasse auf dem Schirm haben:
- BMW i7 xDrive60: Mit 544 PS und einem Sprint von 0 auf 100 in 4,7 Sekunden ist der i7 der stärkste unter den drei deutschen Limousinen. Seine WLTP-Reichweite von 625 Kilometern positioniert ihn zwischen EQS und Taycan. Der Kofferraum fasst 500 Liter – ebenfalls ein ordentlicher Wert. Allerdings ist er mit einem Einstiegspreis ab 139.900 Euro deutlich teurer, und die Leasingrate beginnt bei 1.199 Euro monatlich. Wer das volle BMW-Erlebnis mit maximaler Leistung sucht, findet hier eine überzeugende, aber kostspielige Option.
- Tesla Model S Dual Motor AWD: Ein Ausreißer nach oben in Sachen Leistung (670 PS) und unten in Sachen Preis (ab 94.990 Euro) – der günstigste Einstieg in dieses Segment. Der Sprint auf 100 gelingt in 3,2 Sekunden, die Reichweite beträgt 634 Kilometer, und der Kofferraum fasst beachtliche 793 Liter (inklusive Frunk). Wer Tech-Affinität mit Fahrdynamik verbinden will und weniger Wert auf klassischen Luxus legt, findet im Model S eine ernstzunehmende Alternative – und das zum niedrigsten Preis im Vergleich.
Fazit: Gesamtbetrachtung – wer gewinnt und für wen?
Der direkte Vergleich Mercedes-Benz EQS 450+ vs Porsche Taycan RWD endet nach Datenlage mit einem 3:3-Gleichstand – und das ist ausnahmsweise kein Ergebnis, das man wegdiskutieren sollte. Es spiegelt nämlich die Realität dieser beiden Autos perfekt wider: Sie sind gleich stark, aber grundverschieden.
Wer Reichweite, Platz und Akkukapazität priorisiert, bekommt mit dem Mercedes-Benz EQS 450+ das bessere Gesamtpaket. 717 Kilometer WLTP, 108 kWh Netto-Akku, 610 Liter Kofferraum – das ist ungeschlagen im Duell. Er ist das Auto für alle, die Kilometer machen, Gepäck transportieren und dabei in einer ruhigen, repräsentativen Atmosphäre reisen wollen. Der höhere Kaufpreis ist real, aber beim Leasing nivelliert er sich.
Wer hingegen Fahrdynamik, Agilität und einen sportlicheren Auftritt sucht, liegt beim Porsche Taycan RWD richtig. Er ist schneller, günstiger im Einstiegspreis und trägt das Porsche-Emblem – was in dieser Klasse nach wie vor ein Statement ist. Die geringere Reichweite und der kleinere Kofferraum sind echte Zugeständnisse, die man bewusst machen muss. Aber wer das tut, wird täglich belohnt.
Unsere klare Empfehlung lautet deshalb: Für Vielfahrer und Langstreckenpendler ist der EQS 450+ das rationalere, praktischere Fahrzeug. Für alle, die das Fahren selbst genießen wollen und die Sportwagen-Seele nie ganz aufgeben möchten, ist der Taycan RWD die emotionalere – und in der Anschaffung sogar günstigere – Wahl.
Ein letzter, wichtiger Hinweis: Preise, Ausstattungsvarianten und Leasingkonditionen ändern sich regelmäßig und können je nach Händler, Konfiguration und Zeitpunkt erheblich variieren. Es lohnt sich ausdrücklich, aktuelle Angebote zu vergleichen und gegebenenfalls zu verhandeln. Nutze dazu unseren Datenvergleich als Ausgangspunkt – und dann ab zum Händler deines Vertrauens.